Marc Doffey
Illusion
Katalog
JJ51050
Besetzung
Marc Doffey - ts, fl, cl, bcl
Billy Test - p
Matthias Akeo Nowak - b
Dominik Raab - dr
So entspannt wie intensiv, so wohlklingend wie tiefgründig präsentiert sich Marc Doffey auf seinem grandiosen neuen Quartettalbum. Der junge Bandleader, Saxofonist, Klarinettist, Komponist und Arrangeur hat längst seinen eigenen, unverwechselbaren Klang gefunden; auf „Illusion“ erlebt man ihn in schönster Klarheit zwischen leisen, intimen Nuancen und zupackender Dynamik, poetischer Beseeltheit und hymnischem Groove.
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Gleich das Eröffnungsstück hat es in sich: „Quick-Tip“ ist mehr als ein freundlicher Willkommensgruß und versteht sich zugleich als musikalische „Schnellhilfe“ für all die herrlichen Klangbilder, die das Quartett auf seinem Album herbeizaubert. „Quick-Tip“, sagt Doffey, „ist eine schnelle Skizze aus einem unerwartet freien Moment. Nachdem ein Termin ausgefallen war, entstand die Idee beinahe von selbst. Das Stück bewahrt etwas von dieser Spontaneität – eine Momentaufnahme, direkt und frisch.“ Kaum treffender ließe sich das gesamte Album charakterisieren: „Illusion“ vereint zehn solcher „direkten und frischen“ Momentaufnahmen, reich an Stimmungen, als impressionistisch hingetupfte Folge lichter Farbstimmungen, die wie aus einer aufreißenden Wolkendecke aufleuchten.
Selbstbewusst konzipiert Marc Doffey „Illusion“ als Gegenentwurf zur ständigen Reiz- und Klangüberflutung in unseren lärmenden Zeiten. Mitunter möchte man vom Cool Jazz sprechen, um die entspannte Grundstimmung als probates Mittel gegen allzu schnell ausgeschüttete Stresshormone zu feiern. Die Kunst dieser Musik fußt auf Doffeys betont relaxter Haltung. Sein Saxofon klingt melodiös, mal sonor, mal weich, oft vibratolos, wobei seine gedämpfte, mitunter gehauchte Tongebung lange nachhallt.
Bei alldem hat „Illusion“ nichts Retrospektives oder nostalgisch Rückwärtsgewandtes, im Gegenteil: Marc Doffey, Billy Test, Matthias Akeo Nowak und Dominik Raab interagieren traumwandlerisch sicher und kreieren einen durch und durch gegenwärtigen Modern Jazz, getragen von kontrollierter, höchst subtiler Emotionalität. Noch einmal der Bandleader: „Aus wenigen harmonischen Bausteinen entfaltet sich ein sich ständig wandelnder Klangraum. Ähnliche Akkordfolgen erscheinen wie Spiegelungen in unterschiedlichen tonalen Zentren und erzeugen den Eindruck, dass sich Bekanntes immer wieder neuformiert – wie die wechselnden Muster eines Kaleidoskops.“ So beschreibt Marc Doffey sein brillantes Stück „Holographic Tonic“; zugleich könnte diese Charakterisierung für das gesamte Album gelten.
Doffey wurde 1992 in Ahlen im westfälischen Münsterland geboren. Dass er während seines Studiums am Jazz-Institut Berlin (Universität der Künste/Hanns Eisler) unter anderem bei Peter Weniger und am Conservatorium van Amsterdam bei Jasper Blom zwei vorzügliche Saxofonisten als Lehrer hatte, ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Auch seine Leidenschaft für Big-Band-Jazz kommt nicht von ungefähr: Doffey spielte im Bundesjazzorchester und ist regelmäßig mit den Big Bands von WDR, HR oder NDR zu hören. Er gründete sein eigenes Marc Doffey Jazz Orchester, spielt in der fröhlich regelbrechenden Berliner Big Band Gaststätte zum heißen Hirschen sowie in Kölner Großensembles wie der Wohngemeinschaft und ist Mitbegründer der Jazzorama Big Band. Auch seine kleineren Ensembles, etwa das Space Hunter Project oder das Marc Doffey Quintet mit Sängerin Sabeth Pérez, zeugen von seinem Gespür für feingliedrige Arrangements und gruppendynamische Verdichtungen.
Doffey wurde 1992 in Ahlen im westfälischen Münsterland geboren. Dass er während seines Studiums am Jazz-Institut Berlin (Universität der Künste/Hanns Eisler) unter anderem bei Peter Weniger und am Conservatorium van Amsterdam bei Jasper Blom zwei vorzügliche Saxofonisten als Lehrer hatte, ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Auch seine Leidenschaft für Big-Band-Jazz kommt nicht von ungefähr: Doffey spielte im Bundesjazzorchester und ist regelmäßig mit den Big Bands von WDR, HR oder NDR zu hören. Er gründete sein eigenes Marc Doffey Jazz Orchester, spielt in der fröhlich regelbrechenden Berliner Big Band Gaststätte zum heißen Hirschen sowie in Kölner Großensembles wie der Wohngemeinschaft und ist Mitbegründer der Jazzorama Big Band. Auch seine kleineren Ensembles, etwa das Space Hunter Project oder das Marc Doffey Quintet mit Sängerin Sabeth Pérez, zeugen von seinem Gespür für feingliedrige Arrangements und gruppendynamische Verdichtungen.
All dies fließt nun in Doffeys ausgereiftes Quartettalbum ein. Dabei liegt die Betonung auf „Quartett“: Marc Doffey ist in jedem noch so kleinen Moment Team-Player, der seine Mitspieler vorbehaltlos respektiert und ihre unterschiedlichen Stimmen solidarisch zur Geltung bringt. Erst im Wechselspiel aus freier Improvisation und nuanciertem Wohlklang öffnet die Musik jenen Raum, in dem alle Empfindungen und Gedanken nebeneinander im Einklang stehen. Viele Stücke, sagt Doffey, seien in Momenten entstanden, in denen sich eine Anspannung aufgelöst habe. „Oft gingen ihnen Phasen von Hektik, Unsicherheit, dicht getakteten Tagen oder innerem Suchen voraus – Zeiten, in denen kaum Raum blieb, um innezuhalten und wirklich zuzuhören. Die Musik dieses Albums ist weniger von konkreten Ereignissen geprägt als von den Zuständen, die auf sie folgten: Erleichterung, Klarheit, Neugier und Vertrauen.“
Das belegen alle Kompositionen auf „Illusion“ eindrucksvoll: Momente von hymnischer Schönheit („Breathing“), feinster Balladenkunst („Dream Compass“, „Illusion“, mit seinem überraschenden Bläsersatz-Intro), verträumter Nachtgedanken („Silence“), der versierten Verbeugung vor Charlie Parker („Hideout“) und, nicht zuletzt, eines geerdeten Grooves, der sich immer wieder Bahn bricht. Marc Doffey, Billy Test, Matthias Akeo Nowak und Dominik Raab sind allesamt großartige Einzelkünstler – und doch entfaltet sich erst dank ihres empathischen Zusammenwirkens die wahre Bedeutung und Vielfalt dieses Albums.
Entsprechend offenbart sich der hintergründige Titel als Programm. „Illusion“ verschließt die Augen nicht vor einer Welt, die trügerisch und brüchig sein mag, erweist sich aber zugleich als aufrichtige Wunschvorstellung: Ja, so könnte die Welt sein. Und ja: Noch trägt die Hoffnung, sie nicht aufgeben zu müssen.
Infos zur Produktion
Recorded & mixed by Reinhard Kobialka at Topaz Studio, Köln. Mastered by Mike Fossenkemper & Thomas Ölscher, Photography by Frank Wiesen. Produced by Marc Doffey & Jens Bosch (Executive Producer). Funded by the Federal Government Commissioner for Culture and the Media and the German Music Council as part of NEUSTART KULTUR. All Tracks written by Marc Doffey.
℗+© 2026 JazzJazz Records
CD / Digital